Von MICHAEL REINER
02.02.2012
München alles – Nürnberg nichts
Benachteiligungen für Bayerns Stiefkind Franken sind in vielen Bereichen spürbar
NÜRNBERG Der Streit um die Ausleihe des Dürer-Bilds nach Nürnberg bringt es wieder einmal an den Tag: Die Franken sind die Stiefkinder Bayerns. In München wird über den Bau eines weiteren Konzertsaals diskutiert. Die Nürnberger Musikfreunde warten seit Jahren auf eine Sanierung der maroden Meistersingerhalle. An den Neubau eines Konzertsaals wollen sie gar nicht denken.
Solche Ungleichbehandlungen sind kein Einzelfall, wie Christine Stahl weiß. Die Landtagsabgeordnete der Grünen aus Nürnberg hat etliche Beispiel für die Benachteiligung der drei fränkischen Regierungsbezirke gesammelt. „Ganz eklatant ist es bei der Wirtschaftsförderung“, sagt sie. Die Förderagentur „Invest in Bavaria“ kümmert sich um die Ansiedlung ausländischer Unternehmen im Freistaat. „Finanziert wird sie mit Steuergeldern aus ganz Bayern. Aber gefördert werden fast ausschließlich Ansiedlungen in Oberbayern.“ Stahl belegt das mit Zahlen aus dem Jahr 2010, die die Staatsregierung auf Anfrage der Grünen im Landtag öffentlich machen musste: 49 Ansiedlungen in Oberbayern mit 850 neuen Arbeitsplätzen stehen nur je eine in Mittelfranken (2 neue Arbeitsplätze), Oberfranken (20 neue Arbeitsplätze) und Unterfranken (13 neue Arbeitsplätze) gegenüber.
Ähnlich ist die Lage bei der Spitzenforschung: Die Max-Planck- und Fraunhofer-Institute ballen sich in und um München (17), in Franken gibt’s laut Kalbs Zählung nur drei. Doch er will nicht nur klagen: „Das Problem liegt doch bei uns Franken, dass wir uns das alles gefallen lassen!“ Dass es auch anders geht, zeige das Erfolgsmodell Metropolregion Nürnberg. Kalb: „Wenn wir Franken etwas selbst in die Hand nehmen, dann funktioniert das auch!“
Was Joachim Kalb vom Fränkischen Bund zur stiefmütterlichen Behandlung Frankens sagt, ob es Neuigkeiten im Dürer-Zoff gibt und welche Meinung der Spezi Klaus Schamberger zum Thema hat, lesen Sie am Freitag, den 3. Februar, in der Printausgabe der AZ.