Von HELMUT REISTER
02.02.2012
Der Mittagsmörder kommt frei
Nach fast 50 Jahren Knast wird Frankens schlimmster Serienkiller entlassen
NÜRNBERG Er ist der „Methusalem“ unter den Knastbrüdern: Serienkiller Klaus G. (71), der in den 60er Jahren die ganze Region in Angst und Schrecken versetzte und als „Mittagsmörder“ zu zweifelhafter Berühmtheit gelangte. Seit fast 47 Jahren sitzt der „dienstälteste“ Gefangene Deutschlands hinter Gittern. Doch jetzt kommt er frei. Das Bundesverwaltungsgericht hat es so entschieden.
Immer wieder versuchte Klaus G. in den letzten 20 Jahren dem Gefängnis zu entkommen. Doch seine Anträge wurden stets abgeschmettert. Noch vor zwei Jahren erklärte Nürnbergs Justizsprecher Thomas Koch: „Das Oberlandesgericht hält das Risiko, dass er erneut ein schwerwiegendes Verbrechen begeht, für zu groß.“ Nach dieser Entscheidung wandte sich der Serienmörder an das Bundesverfassungsgericht und stieß auf offene Ohren. Die Richter ordneten an, dass er freigelassen werden muss.
Wann das genau geschehen wird, steht noch nicht fest. Er muss nach der langen Haftzeit auf ein Leben in der Freiheit erst langsam vorbereitet werden. Wahrscheinlich wird er zuerst in einem Wohnheim für entlassene Strafgefangene untergebracht, bekommt einen Bewährungshelfer zugeteilt und muss strenge Auflagen erfüllen.
Für welche Taten Klaus G. verurteilt wurde, welch grausige Verbrechen auf sein Konto gehen, lesen Sie am 3. Februar in der Printausgabe der AZ.