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von Peter Budig 03.02.2012

US-Militär in Franken: Diese Standorte schließen

Schweinfurt und Bamberg werden geräumt, Ansbach bleibt. Grafenwöhr könnte Profiteur der Schließungen sein

 

REGION Wie die große Weltpolitik das Leben in Mittelfranken beeinflusst, wurde gestern auf dem US-Militärgelände im Ansbacher Stadtteil Katterbach offenbar. Der kommandierende General der US-Armee für Deutschland, Mark Hertling, traf sich um 16 Uhr mit den Oberbürgermeistern der Städte Ansbach, Bamberg und Schweinfurt, um ihnen die Entscheidungen der US-Regierung zu verkünden. Hintergrund sind die Sparpläne der Regierung, die zur Verkleinerung von US-Truppen in Deutschland führen werden. Insgesamt sollen in den nächsten fünf Jahren gut 90 000 Mann eingespart werden.

Ansbachs Oberbürgermeisterin Carda Seidel war am Abend nach dem Gespräch in zwiespältiger Stimmung: Der Standort bleibt erhalten, das bedeutet Millionenumsätze im dreistelligen Bereich. Hier sind 3000 Soldaten stationiert. Nicht die Amis sind unbeliebt – aber ihre Fahrzeuge: 120 Hubschrauber, die Tag und Nacht verkehren und einen Höllenlärm erzeugen.

In Schweinfurt gehen die Lichter aus. Oberbürgermeister Remelé nach dem Gespräch zur AZ: „Mein Eindruck ist, dass es keine sofortige Schließung geben wird. Es ist aber damit zu rechnen, dass die Amerikaner in den nächsten zwei bis drei Jahren schrittweise abziehen.“ In Schweinfurt gehören die „Soldschers“ seit dem Krieg zum Stadtbild. Noch sind 4000 Mann an drei Standorten hier heimisch – mit Angehörigen leben fast 11.000 US-Bewohner in der Kugellagerstadt – 600 Zivilangestellte fanden hier zuletzt einen Job.

In Bamberg sind es 300 – und 3500 Soldaten, die wie in Schweinfurt in den nächsten zwei bis Jahren komplett abwandern. Hier kann man, so erzählte Oberbürgermeister Starke vorab, den Weggang verschmerzen. Die wertvollen Liegenschaften würden den akuten Platzmangel beseitigen helfen. Schon länger bekannt war, dass die 172. Infanterie­brigade in Grafenwöhr abgezogen werden wird. Die US-Army ist größter Arbeitgeber im gut 6500 Einwohner-Städtchen in der Oberpfalz. Knapp 3000 zivile Angestellte finden hier Arbeit. Bürgermeister Helmuth Wächter bleibt trotzdem gelassen. Er rechnet damit, dass andere Truppen nach Grafenwöhr verlegt werden und rotierende Einheiten hier Station machen. Zum Ort gehört einer der modernsten Truppenübungsplätze Europas. Am Mittwoch erst hat sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann in Washington im Pentagon für Grafenwöhr eingesetzt.

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