Von Patrick Edinger
09.02.2012
Schiffer on the Rocks
Überall am Kanal sind Frachtschiffe eingefroren - was macht die Besatzung?
NÜRNBERG Bereits seit Samstag geht nichts mehr auf dem Main-Donau-Kanal und daran wird sich erst mal nichts ändern. Die 171 Kilometer lange Wasserstraße ist momentan wegen starker Vereisung, die vor allem bei den Schleusen zum Problem wird, für den Schiffsverkehr gesperrt. Zwischen Bamberg und Kelheim liegen 16 Frachtschiffe fest. Sie sind gezwungen, bis zum Tauwetter auszuharren, bevor sie wieder ihrem Ziel entgegensteuern können. Auch im Nürnberger Hafen liegen einige dieser Schiffe.
So zum Beispiel die „Horizon“, die auf dem Weg nach Enns/Österreich war, um Sojasprossen abzuliefern, als gar nichts mehr ging. Kapitän Engelbert de Jonge (56) aus Rotterdam: „An sich haben wir Glück gehabt, in Nürnberg festzustecken, da wir zumindest nicht mitten in der Pampa sind. Andere Schiffe hatten nicht soviel Glück. Die größten Probleme sind eigentlich die Trinkwasser- und Heizölversorgung.“
Ein weiteres dieser Schiffe ist die „Lansingh“, die mit einer Ladung Bentonit auf dem Weg nach Kelheim war. Die Besatzung Teunis (27) und Catharina (25) den Ouden: „Man muss sich mit der Situation abfinden und kann die Zeit zum Beispiel für Reparaturen nutzen. Außerdem können wir Schlittschuh laufen.“
Auch die „Victus“ steckt hier in Nürnberg fest. Das Schiff war auf dem Weg von Antwerpen nach Deggendorf, um Dünger abzuliefern. Herman Bruins Slot (24) und Esther Bosman (23): „Es ist wichtig, täglich Heizung und Eisschicht zu überprüfen. Unser eigentlicher Liefertermin wäre Montag gewesen, aber den konnten wir natürlich nicht einhalten. Zum Stadtbesuch sind wir noch nicht gekommen, ist aber noch geplant.“