Von KATHRIN ESBERGER
19.02.2012
AZ-Leser schauen hinter die Stadion-Kulissen
Unsere fünf Gewinner waren beim Club-Sieg gegen Köln hautnah mit dabei
NÜRNBERG „Wir zeigen Ihnen heute ein paar Besonderheiten, die ein normaler Stadionbesucher so nicht sieht.“ Mit diesen Worten empfing Daniel Kirchner, Leiter Stadion- und Spielbetrieb, die fünf Gewinner der AZ-Lesertour. Gerhard Schönhöfer, Georg Klucken, Hansjörg Neher, Daniel Silber und Klaus Weidinger durften vor dem Spiel des 1. FCN gegen den 1. FC Köln einen exklusiven Blick hinter die Kulissen werfen.
Dabei erfuhren die Club-Fans zum Beispiel, dass rund um das Spiel 2000 Personen für den FCN arbeiten, dass die Videowürfel im Stadion jeweils eine Fläche von knapp 60 Quadratmetern haben, die Flutlichtmasten je 70 Tonnen wiegen und mit 2000 Watt strahlen und auch, dass die Stromrechnung, die der FCN an einem spielfreien Wochenende allein für die Rasenheizung berappen muss, 18.000 Euro beträgt!
„Imposant“, da sind sich die AZ-Leser und Kurt Benisch einig. Der Leitende Polizeidirektor der PI Süd, der seit 19 Jahren auch für die Sicherheit rund um die Clubspiele zuständig ist, führt die Gruppe nun in die Polizeistation im Stadion. Die bekommen sonst nur Krawallbrüder oder aber Polizeibeamte zu sehen.
In der schmucklosen Wache – Benisch: „Sie wird ja nur alle 14 Tage genutzt“ – erläutert er den AZ-Lesern, wie die Fangruppen schon vor Spielbeginn getrennt werden. „Die Nürberger Fans werden von Norden, die Gäste-Fans von Süden zum Stadion herangeführt. Zudem gibt es einen Extra-Eingang zum Gästeblock.“
Wer sich da nicht benimmt, der sitzt bald hinter Gittern: Zwei Zellen gibt es im Stadion – das Gefühl, einmal hinter schwedischen Gardinen zu sitzen, ersparten sich unsere Leser aber.
Zum Abschluss der Tour führte Benisch die Gruppe ins „Allerheiligste“, in die Sicherheits-Kanzel der Polizei. Hier sieht man nicht nur durch die Panorama-Scheibe, was Fans und Spieler so treiben. Mit Kameras können die Beamten auch in die Blöcke zoomen, um eventuelle Krawallmacher zu identifizieren. Während unserer Tour etwa suchte ein Kölner Fan-Beamter den Gäste-Block nach Fans ab, die trotz bundesweitem Stadionverbot anwesend waren – und wurde fündig!
Dass die Arbeit der Beamten in und ums Stadion extrem wichtig für die Sicherheit ist, zeigte sich wenig später. Kölner Fans zündeten im Gästeblock noch vor Anpfiff so genannte Bengalische Feuer. „Die brennen mit über 1000 Grad ab und sind daher sehr gefährlich“, erklärte Benisch. „Warum werden die bei den Kontrollen nicht gefunden?“, wollte AZ-Leser Daniel Silber wissen. „Gerade jetzt, wenn die Besucher dicke Jacken oder Faschings-Kostüme tragen, ist das sehr schwer“, gab Benisch zu. Das bestätigt auch Daniel Kirchner, der vermutet, dass keine allzu große Strafe auf den Club zukommt. Heute wird der DFB den Club zu einer Stellungnahme auffordern.
Von den Kölner Fans ließen sich die AZ-Leser das Spiel nicht verderben. Und hinterher war vor allem Georg Klucken froh: „2:1 – genial! Das hatte ich vorher so getippt!“