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Von MARLINA PFEFFERER 21.02.2012

Die First Lady kommt aus Franken

Daniela Schadt lebt in wilder Ehe mit Joachim Gauck - noch

NÜRNBERG Ein Bundespräsidenten-Paar ohne Trauschein – das gab’s in Deutschland noch nie. Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt könnten genau für diese Palast-Revolution sorgen, ziehen sie nach seiner Wahl im März gemeinsam ins Schloss Bellevue. Seit zwölf Jahren sind der Ex-Pastor aus Berlin und die Polit-Journalistin aus Nürnberg ein Paar – und leben in wilder Ehe. Bei der Nürnberger Zeitung (NZ), also im Kollegenkreis der 52-Jährigen, hört man allerdings schon die Hochzeitsglocken läuten...

Tatsächlich schloss Gauck bei seiner ersten Kandidatur 2010 eine Heirat mit seiner „Dani“ wie er sie liebevoll nennt, nicht aus – im Gegenteil: „“Sie können davon ausgehen, dass wir uns darüber Gedanken machen“, so der heute 72-jährige damals in einem Interview. Die NZ-Redaktion geht laut Medienberichten davon aus, dass das Paar seine Pläne von damals nun in die Tat umsetzt. Eine Hürde müssten Gauck und Daniela Schadt aber noch überwinden: Der frühere DDR-Bürgerrechtler ist noch mit seiner ersten Frau Hansi verheiratet. Seit 1990 leben sie getrennt, haben vier gemeinsame Kinder.

Daniela Schadt selbst war noch nie verheiratet, ist kinderlos. In Kollegenkreisen gilt die leitende Politikredakteurin als hartnäckige, höchst kompetente, kritische und gleichzeitig charmante Journalistin. „Sie ist sehr offen, neugierig, sehr herzlich und fröhlich“, so Siegfried Zelnhefer, der die neue First Lady von der gemeinsamen Arbeit im Vorstand des Nürnberger Presseclubs kennt, „eine Frau, mit der man auch mal scherzen kann, die bei aller Ernsthaftigkeit einen feinen Sinn für Ironie hat.“ Frei von Allüren sei die leidenschaftliche Radlerin, die bei Wind und Wetter in die Pedale tritt, außerdem.

Anders als ihre Vorgängerin Bettina Wulff, wird die gebürtige Hessin Schadt nicht das große Blitzlichtgewitter suchen, könnte aber eine First Lady mit eigenem Kopf und eigener Agenda werden, da ist sich ihr Umfeld einig. Von sich selbst sagt Daniel Schadt, sie sei bodenständig und könne gut Fisch in Weißweinsoße mit Zwiebeln und Tomaten zubereiten. Schadt tauchte gestern erst mal ab. „Sie ist jetzt völlig aus dem Häuschen. Freudig aus dem Häuschen natürlich“, so ihr Chefredakteur Raimund Kirch zum Kölner Stadtanzeiger.

Eine Nürnbergerin als First Lady - was halten die Bürger unserer Stadt davon? Das erfahren Sie in der Printausgabe der Abendzeitung vom 22. Februar.

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