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von MICHAEL REINER 13.02.2012

Bierdorf statt Bierzelt

Neue Pläne für das Nürnberger Volksfest - im Herbst weht ein frischer Wind

 

NÜRNBERG Noch zwei Monate, dann heißt’s am Volksfestplatz wieder: O’zapft is! Während draußen noch die Schneeflocken fallen, stehen die Planungen für das Nürnberger Frühlingsfest (7. bis 22. April) bereits. Für das Herbstvolksfest (24. August bis 2. September) gibt es spektakuläre Neuerungen. Eines der großen Bierzelte soll verschwinden. Stattdessen soll ein Bierdorf nach dem Vorbild des Altstadtfestes die Besucher anlocken.

Mit dieser Idee wollen die neuen Festwirte Gerlinde und Jürgen „Sony-Boy" Papert Schwung auf den Platz bringen. Nachdem sich Hermann Murr mit seinem Oxenzelt nach fünf Jahren vom Volksfestplatz zurückzieht, übernimmt das Gastronomenpaar aus Bechhofen (Kreis Ansbach) den Standort. Beim Frühlingsfest stellen sie noch ein normales Festzelt auf. Es ist mit 60 Metern und etwa 4000 Plätzen sogar um fünf Meter länger als Murrs Oxenzelt. „Wir wollen mit unserem Zelt Oktoberfest-Niveau nach Nürnberg bringen", sagt Jürgen Papert zur AZ. Allerdings nur beim Ambiente und dem Programm. „Die Küche wird gut fränkisch sein. Schließlich sind wir eine fränkische Wirtsfamilie, meine Frau ist eine gebürtige Nürnbergerin. An den Wochenenden wird es auch Karpfengerichte geben." Mitte März beginnt der Aufbau.

Im Herbst bekommt der Festplatz ein neues Dorf

Beim Herbstvolksfest will Papert den Festplatz dann umbauen. Ein kleines Zelt und etliche Gastro-Hütten sollen die Gäste anlocken. Vorbild ist das Altstadtfest, das anders als die großen Zelte auf dem Volksfest nicht unter mangelndem Publikumsinteresse zu leiden hat. „Wir wollen das mit dem gemütlichen Dorf-Charakter mal ausprobieren", sagt Papert. Auf der Bergkirchweih beispielsweise funktioniert so ein Konzept mit dem „Frankendorf" bereits, das seit 2005 ein großes Festzelt ersetzt.

Ein großes Bierzelt wird es auf den Nürnberger Volksfest jedoch weiterhin geben. Hermann Murr startet im 20. Jahr mit seinem Rockhouse-Zelt durch. Es wird mit Teilen des Oxenzelts (Fußboden, Kronleuchter, Seitenwände) aufgehübscht und bekommt einen glasüberdachten Biergarten. „Ich bin jetzt 62 Jahre alt", sagt Murr. „Da waren mir zwei Zelte zuviel. Jetzt konzentriere ich mich auf das Rockhouse-Zelt." Fürs Frühlingsfest verspricht er „ein Programm der Superlative".

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