von PETER BUDIG
22.02.2012
ENERGIE-SCHOCK
Strom, Gas, Benzin - alles wird immer nur noch teurer!
NÜRNBERG Kaum hat man Weihnachtsgeld erhalten, ein paar Euro im Winterschlussverkauf gespart, schon schmilzt das Geld wieder vom Konto: Hauptgrund sind die Energiepreiserhöhungen. Heizöl-, Benzin-, Strompreise steigen und steigen. Aber warum? Und können wir gar nichts dagegen tun? Die AZ gibt Antworten.
1,82 Euro kostete am Montagfrüh der Liter V-Power-Racing Benzin an einer Shell-Tankstelle. Der helle Wahnsinn! Und am Nachmittag ist er auf 1,79 gefallen: 3 Cent Preisunterschied in ein paar Stunden, an manchen Tagen schwankt er bis zu zehn Cent. Selbst ADAC-Energie-Expertin Maxi Hartung lassen die Machenschaften der Erdölmulties verdutzt zurück: „Das Bundeskartellamt hat den Markt 2011 geprüft und keine ungesetzliche Preisabsprachen festgestellt. Das Problem ist: Es gibt kaum Konkurrenz, fünf Mineralölkonzerne machen den Markt unter sich aus. Sie müssen nur aus dem Fenster schauen, um zu sehen, wie die Konkurrenz die Preise gestaltet. Und sie diktieren uns die Preise fast nach Belieben – an Ostern werden sie wieder steigen, vor den Feiertagen..."
Doch nicht nur Tankstellen-Belieferer drehen an der Preisschraube: „Im Moment ist der Rohölpreis hoch, die Ölsorte Brent kostet 120 Dollar/Barrel. Der Euro ist gleichzeitig schwach, wir zahlen viel für den Dollar." Keine Rolle spielt laut Hartung die Krise im Iran. Viel mehr wirken Börsenspekulanten, die auf Energiepreise der Zukunft zocken, als Preistreiber. Und schließlich schaukeln sich die Konzerne selbst hoch, indem sie binnen Stunden Preissprünge um etliche Cent hinlegen, die keinem nachvollziehbaren Schema folgen. Der Verbraucher muss mit ausgefeilten Strategien gegen halten (siehe Kasten).
Die gleichen Mechanismen gelten fürs Heizöl. Früher konnte man sicher sein, im Juli den günstigsten Preis vor der Kälteperiode im November einen Höchstpreis zu zahlen. Heute schwanken die Literpreise binnen Tagen, wie man auf Seiten wie www.Heizoel-Preisanfrage.de nachlesen kann. Nie war es für preisbewusste Verbraucher so anspruchsvoll wie heute, günstig einzukaufen. Gleichzeitig gab es noch nie so schnell Zugriff auf vergleichende Infos wie heute im Internet.
Auch der Nürnberger Energielieferant N-Ergie erhöht zum ersten März die Strompreise. Grund dafür seien ausschließlich „nicht beeinflussbare gesetzliche Kosten, zum Beispiel für die Nutzung der Stromnetze" wie ein Firmensprecher mitteilt: „Mit sechs Prozent Erhöhung werden die gestiegenen Gebühren mit zwei Monaten Verspätung an die Endkunden weitergegeben".
Weitere Hintergründe und Spartipps lesen Sie am Mittwoch, 22. Februar, in der Printausgabe der AZ.