21.02.2012
Polizei warnt vor App-Betrügern!
Dreiste Internet-Bande bucht einfach 19,95 Euro ab - die Geschädigten sind stinksauer. 35-Jähriger erstattete jetzt Anzeige.
FEUCHTWANGEN Derzeit werden von Konten im gesamten Bundesgebiet unberechtigte Lastschriftabbuchungen vorgenommen. Die Polizei Lingen warnt zusammen mit der Polizei Mittelfranken vor dieser Betrugsmasche. Am Montag, 20. Februar, erstattete ein 35-Jähriger Anzeige bei der Polizeiinspektion in Feuchtwangen (Kreis Ansbach).
Dreist: Die Betrüger buchten von seinem Girokonto einfach so 19,95 Euro ab. Als Grund wurden angebliche Kosten für eine "Mobile App" (Computerprogramm für ein Mobiltelefon) angeführt. Kurioserweise ist der Anzeigeerstatter jedoch gar nicht im Besitz eines Handys.
Wie die ersten Ermittlungen der Polizeiinspektion Feuchtwangen ergaben, handelt es sich hierbei um eine bundesweit durchgeführte illegale Abbuchung. Die Polizei in Lingen führt deshalb zusammen mit der Staatsanwaltschaft Osnabrück seit Ende letzter Woche ein deutschlandweites Betrugsverfahren gegen einen 62-Jährigen und eine 65-Jährige. Beide stammen aus den Niederlanden.
Als Firmenanschrift wird jeweils eine fingierte Adresse in Lingen, Kaiserstraße 10 b angegeben. Der Verwendungszweck lautet meist "Petrus Egidius K. Mobile App". Zur Sicherung der Ansprüche der Geschädigten hat die Polizei in Lingen zusammen mit der Staatsanwaltschaft Osnabrück das entsprechende Konto mit 1,7 Millionen Euro beschlagnahmt.
Rücklastschriften für Geschädigte werden von diesem Konto zugunsten von Geschädigten ausdrücklich zugelassen. Für Nachfragen von Betroffenen hat die Polizei in Lingen eine Hotline unter der Telefonnummer (0591) 87-400 (Anrufbeantworter) eingerichtet. Geschädigte werden gebeten, bei ihrer örtlich zuständigen Polizeidienststelle eine Betrugsanzeige zu erstatten. Diese wird dann der Polizei in Lingen zur zentralen Sachbearbeitung übersandt.