von STEFFEN WINDSCHALL
15.01.2012
Autos raus aus Nürnberg!
Jugend-Initiative kämpft gegen den Verkehrskollaps und für neue Verkehrskonzepte
NÜRNBERG Eine lange Blech-Schlange quält sich den Frauentorgraben entlang Richtung Hauptbahnhof: ganz normaler Rushhour-Wahnsinn in der Nürnberger Innenstadt. In Sichweite haben sich im Obergeschoss eines Stadtmauer-Turms ein Dutzend junger Leute zusammengesetzt: Sie wollen die Schlange aus der City verbannen. „Nürnberg autofrei!“ heißt eine neue Jugend-Initiative, die sich letzte Woche gegründet hat.
Blühende urbane Landschaften zu schaffen, wo jetzt noch Motorenlärm den Ton angibt, erfordert „radikales Umdenken“, weiß einer der Initiatoren, der 21-jährige Krankenpflege-Azubi Lorenz Schramm. Denn: „Unsere jetzigen Verkehrskonzepte sind für Autofahrer ausgelegt“. Dass es aber – auch in Großstädten – anders funktionieren kann, zeige ein Blick auf europäische Metropolen wie Kopenhagen oder Amsterdam, wo es „traumhaft ausgebaute Radwegnetze“ gebe, ergänzt Mitstreiter Niels Niedermaier (18). Doch auch in deutschen Städten wie Freiburg oder Münster seien die Stadtplaner auf einem guten Weg.
Vielleicht ist die radikale Rhetorik „Nürnberg autofrei“ missverständlich: Denn natürlich geht es den Machern nicht darum, jedes motorisierte Gefährt aus Nürnberg zu verbannen.
Wie die Jugend-Initiative das Konzept umsetzen will, lesen Sie in der Print-Ausgabe der AZ vom 16.Januar