von STEFFEN WINDSCHALL
18.01.2012
Kampf gegen den Stadt-Lärm
Ab sofort können die Nürnberger im Internet ihrem Ärger Luft machen und Vorschläge bringen - ob die umgesetzt werden, ist offen...
NÜRNBERG Hinter den Begriff „E-Administration“ dürften im Nürnberger Rathaus viele Beamte noch immer ein großes Fragezeichen pflanzen – das Umweltreferat immerhin scheint in der Jetzt-Zeit angekommen und beteiligt die Bürger via Internet an der Lösung eines Problems, das fast keinen kalt lässt: Lärm in der Stadt.
Am Mittwochvormittag ging die Website nuernberg-aktiv-gegen-laerm.de online – und schon wenige Stunden nach Freischaltung waren fast 3000 Seitenaufrufe und knapp 20 konkrete Vorschläge zu verzeichnen. Vorbilder sind die Städte Essen und Köln. Im von der Einwohnerzahl mit Nürnberg vergleichbaren Essen hatten sich knapp 1100 Bürger an der Evaluation beteiligt, 890 Vorschläge gingen ein, 1100 Kommentare zu Ideen, Lärmquellen in der Ruhr-Metropole abzuschalten.
Das Nürnberger Online-Projekt steht ab jetzt drei Wochen bis zum 8. Februar für Beschwerdeführer in Sachen Straßen- und U-/Straßenbahn-Lärm zur Verfügung.
Die neuralgischen Punkte können von anderen ergänzt und kommentiert werden. Am Ende dieser ersten Phase entsteht ein Top20-Ranking der lärmgeplagtesten Plätze der Stadt.
Auch in Phase zwei – sie dauert bis Anfang 2013 – bezieht die Stadt die Bürger ein: Die von der Stadt entwickelten Maßnahmen werden online gestellt – wieder sind die Betroffenen aufgerufen, die Vorschläge zu bewerten.
Mit laut Umweltreferat 50.000 Euro Kosten mutet das neue Internetprojekt sehr günstig an, die Umsetzung der Pläne könnte allerdings für Unmut sorgen – wenn nichts passiert, weil dann kein Geld da ist: „Relevant sind die nächsten Haushaltsberatungen“, räumt Bürgermeister Horst Förther ein.