von MICHAEL REINER
20.01.2012
Dunkle Ecken: SÖR macht das Licht an
Die Superbehörde reagiert damit auf die Wünsche zahlreicher Jugendlicher
NÜRNBERG Wenn die Auszubildende Jülide Akcay (18) abends bei Dunkelheit durch die Südstadt nach Haus geht, meidet sie den Herschelplatz. „Hier gibt es keine Straßenlampe. Da traue ich mich nicht alleine durch!“
Solche Klagen sind kein Einzelfall. Auf der „Laut! vor Ort“-Jugendversammlung machten die Kids ihrem Frust über schlecht beleuchtete Grünanlagen in der Südstadt Luft. Neben den fehlenden Jugendhäusern ist die mangelhafte Beleuchtung in den Parks das Hauptärgernis in der an Treffpunkten armen Südstadt.
Lampen in Parks können auch problematisch sein
Inzwischen sind die Klagen der Kids auch beim Servicebetrieb Öffentlicher Raum angekommen, der für die Pflege und Beleuchtung von Grünanlagen zuständig ist. „Wir werden das natürlich in jedem Einzelfall überprüfen“, verspricht SÖR-Sprecherin Ulrike Goeken-Haidl. Allerdings schränkt sie gleich ein, dass Lampen in Parks durchaus auch problematisch sein können. Zum einen, weil das viele Licht die Natur störe und auch viele Menschen im abendlichen Park Dunkelheit erwarten würden. Zum anderen, weil die Leuchten immer wieder zum Ziel von Vandalen werden. „Im Park auf dem Jamnitzerplatz zum Beispiel wurden die Leuchten so oft zerstört, dass wir sie wieder abgebaut haben“, sagt sie.
Dennoch: Dort, wo Rad- und Fußwege durch Grünanlagen führen, aber auch wo es einen Trampelpfad zu einer Bus- oder Straßenbahnhaltestelle gibt, will SÖR es Licht werden lassen. Und vielleicht hält eine gute Beleuchtung ja sogar die Vandalen bei ihrem zerstörerischen Wirken ab.
Die nächste „Laut!“-Jugendversammlung findet am 6. März in St. Leonhard/ Schweinau statt. Beginn ist um 17.30 Uhr in der Villa Leon (Schlachthofstr. / Philipp-Koerber-Weg 1).