von STEFFEN WINDSCHALL
24.01.2012
Würste für die rote Hannelore
NRW-Ministerpräsidentin Kraft beim Neujahrsempfang der Nürnberger SPD im Historischen Ratshaussaal
NÜRNBERG Mit einem „wurschtigen“ Kunstwerk haben die Nürnberger Sozialdemokraten ihren Ehrengast begrüßt: NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft bekam ein Kunstwerk aus drei Nürnberger Bratwürste in den Landesfarben Nordrhein-Westfalens – in rot, weiß und grün. „Allerdings sind die nicht zum Verzehr geeignet“, sagte Nürnbergs SPD-Chef Christian Vogel beim Neujahrsempfang seiner Partei im Nürnberger Historischen Rathaussaal.
Die rote Powerfrau ging in ihrer Rede kaum auf die Politik in Nürnberg und Bayern ein – sondern beschäftigte sich vor allem mit der Landespolitik in Nordrhein-Westfalen. Kann die rot-grüne Minderheitsregierung dort aus Sicht der Nürnberger Sozialdemokraten auch ein Vorbild für
den Machtwechsel im Freistaat bei den Landtagswahlen 2013 sein? Nürnbergs SPDler
haben dazu eine eindeutige Meinung: „Wie bei der letzten Wahl in NRW wird auch die Machtübernahme in Bayern nicht einfach werden“, sagte MdL Stefan Schuster zur AZ. „Aber wann, wenn nicht jetzt!“ Auch Alt-OB Peter Schönlein lobte am Gast „ihre feste Haltung und ihre
Risikobereitschaft“. Arno Hamburger würdigte Krafts Fähigkeit, „Sympathie zu erzeugen“. Sie revanchierte sich beim Stadtrat: „Hätte ich mit 89 Jahren noch soviel Kraft, wäre ich zufrieden.“
Wie Kraft gab sich auch OB Ulrich Maly in seiner Rede staatsmännisch. Seine Themen waren die EU und die Rolle Deutschlands. „Unsere Überschüsse sind die Defizite der anderen“, zitierte er Altkanzler
Helmut Schmidt. Gesehen: Willy Prölß, die MdB Günter Gloser und Martin Burkert, die MdL
Angelika Weikert und DGB-Boss Stephan Doll.