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von WERNER HAALA 07.02.2012

"Fans sollen es krachen lassen"

Das deutsche Davis-Cup-Team ist heiß auf sein Heimspiel in Bamberg gegen Argentinien. Haas hofft auf eine besondere Atmosphäre

BAMBERG Als deutsche Basketball-Hauptstadt genießt Bamberg fast in ganz Europa einen schon legendären Ruf.

Doch am Wochenende müssen die Brose Baskets auswandern – und Freak-City verwandelt sich in ein internationales Tennis-Mekka.

Filzball statt Basketball. In der ersten Runde des Davis Cup 2012 will Deutschland unbedingt den Vorjahres-Finalisten aus Argentinien aus dem Wettbewerb werfen.

Über Nacht wurde aus dem Wohnzimmer der Bamberger Korbjäger ein riesiger Sandkasten. Aus rund 32 Tonnen roter Ziegelerde, vermischt mit flüssigem Kunststoff, zauberten die Platz-Spezialisten in 14 Stunden einen perfekten Tennis-Court.

Die deutschen Tennis-Stars um Teamkapitän Patrik Kühnen wollten unbedingt auf Sand gegen Argentinien antreten, „weil wir uns darauf bessere Chancen ausrechnen“, verrät der Bayreuther Philipp Petzschner, die Nummer 56 der Weltrangliste, „schließlich sind wir fast alle auf Sand aufgewachsen.“

Das Davis-Cup-Team ist beinahe eine fränkische Auswahl. Florian Mayer (Weltranglistenplatz 21) kommt wie Petzschner aus Bayreuth, spielte auch für das Bundesligateam des 1. FC Nürnberg.

Und Philipp Kohlschreiber (31) wurde zwar in Augsburg geboren, stand aber auch schon für den TC Bamberg auf dem Platz.

Nur Tommy Haas, ehemaliger Zweiter der Weltrangliste mit Wohnsitz in Florida, stammt aus Hamburg.

Die Franken freuen sich auf ihr Heimspiel. „Es ist ein extra Ansporn und eine super Sache, in der Heimat vor einem vollen Haus zu spielen“, schwärmt Florian Mayer, „sicher wird es eines der besten Davis-Cup-Heimspiele“.

Natürlich hoffen alle auf die begeisterungsfähigen Bamberger Fans. „Ich habe viel von den berühmten Freaks gehört“, sagt Tommy Haas, „und ich wünsche mir, dass die Zuschauer auch hinter uns stehen werden und es so richtig krachen lassen. Das Besondere am Davis Cup ist doch, dass es nicht so ruhig sein muss wie sonst im Tennis.“

Ob Haas sein Comeback im Davis Cup nach mehr als vier Jahren Pause feiern kann, entscheidet sich jedoch erst am Donnerstag.

Kapitän Kühnen wollte sich nicht in die Karten blicken lassen, dafür spekulierte Petzschner: „Mayer und Kohlschreiber werden am Freitag und am Sonntag die Einzel bestreiten, ich und Tommy am Samstag vermutlich das Doppel. Das ist die wahrscheinlichste Variante.“

Noch nicht hundert Prozent sicher ist Kohlschreibers Einsatz. Er fehlte beim Trainingsauftakt am Dienstag wegen eines Magen-Darm-Virus.

Teamchef Kühnen aber ist zuversichtlich: „Wir gehen davon aus, dass er bis zum Wochenende wieder fit ist.“

Wie Sie Karten für das Davis-Cup-Wochenende gewinnen können, lesen Sie in der Printausgabe Ihrer AZ vom 8. Februar.

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