von WERNER HAALA
02.02.2012
Bamberger Visionen
Brose Baskets träumen vom neuen Trainingszentrum auf verwaistem Areal der US-Truppen. Manager Heyder beklagt „die miserablen Bedingungen“
BAMBERG Visionen dürfen erlaubt sein. Die Brose Baskets träumen von einem neuen, einem modernen Trainings-Zentrum in Bamberg. Der gestern bekanntgegebene komplette Abzug der US-Truppen aus der Domstadt in den kommenden zwei bis drei Jahren könnte eine große Chance dazu sein.
Schon lange beklagen Brose-Manager Wolfgang Heyder und Cheftrainer Chris Fleming die miserablen Trainingsbedingungen für den viermaligen deutschen Meister und dreimaligen Pokalsieger. „Wir müssen uns wie Amateure auf unsere Spiele in der europäischen Königsklasse und in der Bundesliga vorbereiten“, beklagt Heyder die Situation.
„Steht die Stechert Arena nicht zur Verfügung, müssen wir entweder nach Breitengüßbach, Hirschaid oder Memmelsdorf ausweichen. Das ist ein untragbarer Zustand. Das sind Verhältnisse wie bei einem Bezirksliga-Verein, aber nicht wie bei einem europäischen Top-Klub.“
Neidischer Blick auf das Areal der Warner-Baracks
Daneben fehlt den Brose Baskets eine Halle für ihr ambitioniertes und erfolgsreiches Nachwuchs-Programm mit zehn Jugend-Nationalspielern. Auch Fleming beschwert sich: „Unsere medizinische Abteilung kann nicht professionell arbeiten, weil sie die benötigten Geräte nicht immer herumschleppen kann.“
Deshalb plant der Ligaprimus seit Jahren ein neues Trainingszentrum direkt an der Stechert Arena. Die Pläne stehen, es könnte sofort gebaut werden. Gäbe es nicht Probleme mit dem Grundstück. Angeblich ist der Boden auf dem aufgeschütteten Gelände mit Giftstoffen belastet und niemand will die Verantwortung dafür übernehmen.
Schon lange schielen die Bamberger Macher neidisch auf das Areal der Warner-Baracks, wo die US-Streitkräfte vor wenigen Jahren eine hochmoderne Sporthalle errichten ließen. „Dieses Gebäude könnte auf einen Schlag alle unsere Probleme lösen“, unterstreicht Heyder, „die Halle hat alles, was das Herz begeht. Einen Parkettboden, bestens ausgestattete Funktionsräume.“
In den nächsten Tagen will Manager Heyder in Gesprächen mit Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke das dringende Thema ansprechen. „Wir könnten eventuell sogar unsere Geschäftsstelle dort unterbringen“, hofft Heyder auf die Erfüllung der Bamberger Träume.