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von WERNER HAALA 17.02.2012

Bamberg ohne Fracksausen

Der Spitzenreiter der Bundesliga muss zum Angstgegner früherer Tage. Der ist mittlerweile allerdings zur Schießbude der Liga mutiert

BAMBERG Die Brose Baskets stehen erneut vor einem souveränen Durchmarsch in der Bundesliga-Hauptrunde. Nach der 83:87-Niederlage des schärfsten Verfolgers ratiopharm Ulm bei Bayern München führen die Bamberger jetzt mit nur zwei Niederlagen in 21 Partien und sechs Punkten Vorsprung vor den „Spatzen“. Den gewonnenen direkten Vergleich inklusive. Es ist beinahe wie in der vergangenen Saison, als Brose auch nur zwei Mal strauchelte – in Düsseldorf und in Göttingen.

Dort müssen die Oberfranken am Samstag (19.30 Uhr) antreten. Allerdings ohne Fracksausen, denn die Niedersachsen sind nicht mehr der gefürchtete Gegner vergangener Jahre, seit ihr damaliger Cheftrainer John Patrick zum Aufsteiger Würzburg wechselte. Eine 69:82-Klatsche kassierte der Spitzenreiter seinerzeit in der Unistadt und wurde im wahrsten Sinne des Wortes so verprügelt, dass Casey Jacobsens Frau Brittney geklagt hatte: „Seine Lippe war aufgeplatzt, sein Hals war zerkratzt und seine Nase blutete und ist wahrscheinlich gebrochen.“ Die besorgte Mutter von drei Kindern fragte sich: „Spielt Casey Basketball, oder war er bei einem Boxkampf?“

Die Göttinger Holz-Hacker-Truppe früherer Zeiten mutierte inzwischen zur Schießbude der Liga, rangiert mit 4:40 Punkten abgeschlagen am Tabellenende – und steht mit einem Bein schon in der Zweiten Liga. Doch Brose-Coach Fleming warnt vor dem nur scheinbar einfachen Auswärtsspiel: „Es wird eine Herausforderung. Der Druck bei Göttingen ist vielleicht weg und das macht es ihnen leichter, gegen uns zu spielen.“ Er fordert deshalb: „Wichtig für uns ist, dass wir am Ende der Woche die Spannung aufbauen und uns nur auf uns konzentrieren.“

Zumal hinter den Bambergern eine harte Trainingswoche liegt. Top-Star PJ Tucker fehlte, weil er in den USA seine Frau und seinen neugeborenen Sohn King Tucker besuchte. Zudem war Jung-Nationalspieler Tibor Pleiß krank und sein Center-Kollege Philipp Neumann verletzt. Dazu kommt Julius Jenkins, der nach seinem Bänderriss beim Pokalsieg über die Artland Dragons wohl noch drei Wochen Pause hat.

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