von WERNER HAALA
19.02.2012
Jacobsen hat die Lizenz zum Titel
Mit dem Star aus den USA muss Bamberg den Hattrick eigentlich perfekt machen. Das unterstreicht der Kapitän auch beim Sieg über Göttingen
GÖTTINGEN So sicher wie das Amen im Bamberger Dom ist beim oberfränkischen Branchen-Primus Brose Baskets: Immer wenn der frühere NBA-Profi Casey Jacobsen (u. a. Phoenix Suns, Houston Rockets und Memphis Grizzlies) das Trikot der „Riesen von der Regnitz“ trägt, gewinnen sie die Meisterschaft. Das war 2007, 2010 und 2011 so.
Und in diesem Jahr sind die Bamberger als Überflieger der Liga auf dem besten Weg zum Titel-Hattrick. Denn beim 101:68 (45:31)-Schützenfest des Bundesliga-Spitzenreiters beim Schlusslicht BG Göttingen glänzte Jacobsen erneut mit einer Gala-Vorstellung. Nach seinen fünf Dreiern ohne Fehlwurf beim Triumph in Ulm bewies Jacobsen (15 Punkte) auch in Göttingen, dass er seine Treffsicherheit wiedergefunden hat. Erneut gelangen ihm fünf erfolgreiche Distanzwürfe in Folge. Beinahe wären es mit dem Spiel in Ulm sogar elf geworden. Doch bei seinem letzten Dreier-Versuch fünf Minuten vor Schluss tänzelte der Ball nur auf dem Ring, wollte nicht hinein.
Mit Jacobsen haben die Brose Baskets auch gute Chancen, zum dritten Mal hintereinander den Pokal zu gewinnen. Die Auslosung ergab, dass sie beim TOP-FOUR-Turnier in Bonn im Halbfinale gegen ratiopharm Ulm antreten müssen. Die „Spatzen“ wurden von den Bambergern in der Liga schon zwei Mal gerupft. Doch Manager Wolfgang Heyder warnt: „Wir sind zwar froh, nicht auf den Gastgeber zu treffen. Aber die Ulmer haben auch viel Qualität.“ Ebenfalls um den Einzug ins Finale kämpfen die Telekom Baskets Bonn und die Phantoms Braunschweig.
Beim fünften „Hunderter“ der Saison in Göttingen ließ der doppelte Double-Gewinner aus Franken die Niedersachsen nach einem 25:9-Blitzstart 25 Minuten lang mithalten. Dann kannten die Schützlinge von Meistermacher Chris Fleming keine Gnade mehr und überrannten den ehemaligen Angstgegner förmlich. Dabei durfte jeder Bamberger punkten, auch die Talente Philipp Neumann, Maurice Stuckey und Daniel Schmidt, der mit einem Dreier die Hundert knackte.
Neben Jacobsen überzeugte besonders PJ Tucker, der unter der Woche noch seine Frau und das neugeborene Söhnchen King Tucker in den USA besucht hatte, mit 17 Punkten und 14 Rebounds. Zweistellig trafen außerdem Predrag Suput (14), Anton Gavel (13), Brian Roberts (11) und Marcus Slaughter (10).