05.02.2012
Reimer macht Appetit
Ein Tor, zwei Vorlagen: Der zukünftige Tiger glänzt beim Düsseldorfer 3:2-Sieg in Nürnberg. Draisaitl "traurig, dass hier einige nicht alles geben"
NÜRNBERG Sie hat zugeschlagen, die Tiger-Filiale aus Düsseldorf. Beim 2:3 (0:3, 1:0. 1:0) am Sonntagnachmittag kassierten die Nürnberger Kufen-Künstler ihre dritte Saisonpleite gegen den Altmeister vom Rhein, und damit die insgesamt 27. Niederlage in dieser traurigen DEL-Eiszeit. Nur gut, dass DEG-Crack Patrick Reimer, vor 4729 Zuschauern Torschütze und zweifacher Vorbereiter, demnächst für die fränkischen Tiger antritt. Wie auch Verteidiger Marco Nowak, der wie Reimer bereits für drei Jahre unterschrieben hat.
„Patrick, die sind zu schlecht für dich“, skandierten die rund 400 Düsseldorfer Fans mehrfach. Und sie hatten Recht, denn was die Noris-Cracks gerade in den ersten zwanzig Minuten ablieferten, war einmal mehr unterirdisch. Entsprechend sauer reagierte auch Peter Draisaitl: „Wenn man nicht die Qualität hat, muss man wenigstens dafür sorgen, dass es dem Gegner wehtut.“ Und der scheidende Trainer legte nach, sprach Klartext: „Es ist traurig, dass hier einige Spieler einfach nicht alles geben, das macht es natürlich schwer.“
"Wir haben angefangen, wie wir es vorhatten"
Im Gegensatz zu den Gästen. Draisaitls potenzieller Nachfolger Jeff Tomlinson konnte erfreut feststellen: „Wir haben heute so gut angefangen, wie wir es vor hatten.“ Nach ihrer 2:4-Heimpleite gegen Krefeld vom Freitag legte die DEG mit mächtig Wut im Bauch los. Und prompt ließ Conner James, demnächst auch ein Tiger, trotz Düsseldorfer Unterzahl den ersten Warnschuss los (5.). Den konnte Patrick Ehelechner zwar parieren, aber Sekunden später schepperte es, als Reimer prima auflegte und Derek Dinger danke sagte (1:0/6.). Und weil treffen so schön ist, legte der Noch-Düsseldorfer höchst persönlich das 2:0 nach (12.). "Stimmt, ich war besonders motiviert, weil ich mir keine Blöse geben will", so Reimer. Es war sein mittlerweile 18. Saisontor. Aber noch nicht das letzte für die DEG an diesem Tag.
Erneut leistete Reimer die Vorarbeit, und diesmal war Daniel Kreutzer der Nutznießer zum 3:0 (15.). Der ärmste Tiger auf dem Eis, weil auch bei diesem Gegentor allein gelassen: Keeper Ehelechner, für den nach den ersten 20 Minuten die Qual ein Ende hatte. Mit Tylor Moss zwischen den Pfosten ging es in den zweiten Durchgang. Und offenbar hatte das gellende Pfeifkonzert der enttäuschten Anhänger die müden Nürnberger Eismänner wachgerüttelt. Jetzt versuchten sie zumindest, sich gegen die Pleite zu wehren. Nur waren die beiden Tore von Adrian Grygiel (1:3/28.) und Alexander Oblinger (2:3/42.) zu wenig, um das Blatt noch einmal zu wenden.