Navigationslinks überspringenAZ Nürnberg :: Sport :: Fußball
von KRISCHAN KAUFMANN 23.01.2012

Nilsson happy: Endlich zurück!

Nach fünf Monaten Pause feierte der Club-Schwede gegen Hertha sein Comeback – „Das war geil!“

NÜRNBERG Die Szenerie hatte Symbolcharakter: Während seine Kollegen am Sonntag nach dem Regenerationstraining nach und nach frisch geduscht aus der Kabine trudelten und flott nach Hause zu ihren Familien brausten, hatte Per Nilsson trotz eisigem Wind immer noch nicht genug.

Tags zuvor, beim 2:0-Erfolg gegen Berlin, hatte es für den Club-Schweden, der von Trainer Dieter Hecking zusammen mit Mike Frantz in der 90. Minute eingewechselt worden war, ja nur für ein Zwei-Minuten-Comeback gereicht. Aber was heißt schon „nur“ bei Nilsson. Immerhin musste der 29-Jährige aufgrund seiner operierten Achillessehne knapp ein halbes Jahr auf seine Saisonpremiere warten. „Das war schon ein sehr schönes Gefühl“, beschreibt „Pelle“ dementsprechend erleichtert den Moment als seine Rückennummer drei endlich mal wieder auf der Anzeigetafel im easyCredit-Stadion aufleuchtete.

Auf so viel musste Nilsson in den vergangenen Monaten verzichten, dass er am Wochenende jede banale Kleinigkeit des so lange vermissten Bundesliga-Alltags auskostete. „Das war richtig geil mal wieder die typischen Abläufe mitzumachen. Am Freitag mit ins Team-Hotel zu fahren oder vor den Spiel dann in die Kabine zu kommen und sich umzuziehen. Das ist viel besser als nur auf der Tribüne zu sitzen“, strahlt Pelle.

Auch wenn er sich bewusst ist, dass sein Kurzeinsatz nur einen Mini-Schritt auf dem langen und steinigen Weg zurück in die Stammelf bedeutet. „Ich bin jetzt offiziell gesund, aber ich weiß, dass noch viel Arbeit auf mich wartet“, schraubt Nilsson seine eigenen Erwartungen zurück. Zumal sein Comeback nur einem Notfall geschuldet war.

Da Timm Klose nach wie vor an seinem im Trainingslager erlittenen Muskelfaserriss laboriert, nominierte Hecking den Rekonvaleszenten zusammen mit seinem anderem Sorgenkicker Frantz (Syndesmoseanriss) für den 18er-Kader. „Ich habe den Trainer aber gesagt, dass ich höchstens 20 bis 30 Minuten spielen kann“, weiß Nilsson seine Situation richtig einzuschätzen.

Allein, dass der frisch gebackene Vater eines Sohnes (Levin) seine Rolle als Tribünengast abgelegt hat und nun endlich wieder in den Kreis der Kollegen zurückgekehrt ist, stimmt Hecking zuversichtlich: „Pelle ist einfach ganz wichtig für die Stimmung in der Mannschaft.“ Denn neben seinen sportlichen Qualitäten, sind es vor allem Nilssons offene Art und seine Erfahrung, die ihn zu einem unumstrittenen Führungsspieler in der Mannschaft  machen.

Bei aller Euphorie über die spektakulären Fortschritte, die der eigentliche Abwehrchef an den Tag legt, ist Nilsson laut eigener Aussage noch längst nicht wieder über den Berg. Voraussichtlich erst in der Sommerpause, hofft Nilsson, wieder „komplett schmerzfrei“ zu sein. „Ich habe jetzt gerade mal eine Woche mit der Mannschaft richtig trainieren können. Und nach den  Einheiten schwillt die Achillessehne immer noch an. Ich darf sie also nicht überbelasten und brauche immer viel Zeit zu regenerieren.“

Dieter Hecking wird ihm diese Zeit geben. Denn auf seinen langen Schweden (1,90 m) will der Coach mit 100-prozentiger Sicherheit nicht nochmal  fünf Monate verzichten.

Mehr über den Club lesen Sie in der Print-Ausgabe Ihrer Abendzeitung am Dienstag, 24. Januar.

Kommentare

Fussballmeldungen AZ München