von MARCUS GIEBEL
31.01.2012
Bibber-Fußball
Beim Club-Heimspiel gegen Dortmund und Fürths Auftritt in Dresden drohen satte Minusgrade. Setzen die Profis ihre Gesundheit aufs Spiel?
NÜRNBERG/FÜRTH „Cooper“ hat Deutschland fest im Griff. Seit dem Wochenende lässt uns das Hoch bei zweistelligen Minusgraden bibbern.
Und die Eisschrank-Temperaturen werden auch in den kommenden Tagen den Alltag bestimmen.
Der Deutsche Wetterdienst warnt sogar: „Von Donnerstag bis Samstag sollten kälteempfindliche Menschen eher keine Außentermine planen.“
Hoffentlich sind die Club- und Kleeblatt-Profis hartgesotten und resistent gegen die Bibber-Temperaturen. Denn für beide Mannschaften stehen am Freitagabend wichtige Spiele an.
Der Club empfängt ab 20.30 Uhr Borussia Dortmund. Und das bei minus 15 Grad – so die Wettervorhersage.
Schon um 18 Uhr startet Greuther Fürth bei Dynamo Dresden in sein Pflichtspieljahr. Für die sächsische Landeshauptstadt sind sogar minus 16 Grad angekündigt.
Stellt sich die Frage: Ist Bibber-Fußball von der DFL überhaupt zu verantworten? Oder setzen die Profis am Freitag ihre Gesundheit aufs Spiel?
Club-Mannschaftsarzt Matthias Brem hat keine Bedenken: „Da die Mannschaft in dieser Woche auch bei Minusgraden trainiert, gewöhnt sich der Körper schnell an die Temperaturen.“
Sein Tipp an die Profis von Trainer Dieter Hecking: „Die Spieler müssen dickere Kleidung unter den Trikots tragen und warme Getränke zu sich nehmen.“
Ähnlich bereitet das Kleeblatt seine Aufstiegswilligen auf das wohl kälteste Spiel des Jahres vor.
Team-Doc Harald Hauer: „Wir trainieren in normaler Spielkleidung, die Jungs müssen aber viel trinken.“
Sein Mitleid mit den Profikickern hält sich in Grenzen: „In meiner aktiven Zeit gab es noch gar keine Winterpause. Wir haben einmal bei minus 15 Grad in Bayreuth gespielt, da war alles gefroren.“
Außerdem seien die Voraussetzungen mittlerweile ganz andere: „Heute gibt es hervorragende Kleidung gegen die Temperaturen. Die Spieler werden Nase und Ohren einölen und Handschuhe anziehen.“
Tatsächlich hält atmungsaktive Kleidung, die Raphael Schäfer, Thomas Kleine & Co. unter den Trikots tragen, den Körper trocken und warm.
Dazu verhindert die in den Stadien der Profiligen vorgeschriebene Rasenheizung, dass der Boden gefriert.
Mit längeren Aufwärmphasen werden Hecking und sein Fürther Kollege Mike Büskens der Gefahr von Zerrungen und Faserrissen entgegenwirken.
Club und Kleeblatt sind also bestens auf die Kältewelle vorbereitet.
Und auch für die Fans im FCN-Stadion ist vorgesorgt. Manager Martin Bader verspricht: „An den Buden werden mehr Heißgetränke zur Verfügung stehen als an anderen Tagen.“
Am Valznerweiher werden sich die Profis in Zukunft an Eiseskälte gewöhnen müssen – auch im Sommer.
Denn im neuen Funktionsgebäude, das vor der nächsten Saison eingeweiht werden soll, arbeitet der Club mit Kältekammern.
Brem: „So regenieren die Spieler über den besseren Stoffwechsel schneller. Auch bei Verletzungen können wir rascher mit der Reha beginnen.“
Es ist sogar wissenschaftlich erwiesen, dass Profis durch die Nutzung von Kältekammern ihre Leistung um bis zu zwei Prozent steigern.
Dafür werden die Cluberer den einen oder anderen Kälteschub gern über sich ergehen lassen.
Mehr zum Testspiel gegen den KSC und wer beim Dienstag-Training aussetzen muss, lesen Sie in der Printausgabe Ihrer AZ vom 31. Januar.