von KRISCHAN KAUFMANN
02.02.2012
Hecking rührt Beton an
Der Club-Trainer setzt auf eine Mauertaktik gegen Dortmunder Meisterkicker
NÜRNBERG Manchmal kann die schwerste Aufgabe auch die einfachste sein. Sonderlich Kopfzerbrechen bereitet Dieter Hecking das Heimspiel am Freitag (20.30 Uhr) gegen Borussia Dortmund jedenfalls nicht. Taktische Finessen kann sich der Club-Trainer getrost sparen. Sein auf den ersten Blick simpel anmutender, aber aussichtsreichster Plan steht fest: Gegen den amtierenden – und wenn es nach dem 47-Jährigen geht auch „kommenden deutschen Meister“ – lässt Hecking kräftig Beton anrühren!
Auch wenn das zur Folge hat, dass die 46.000 Zuschauer im Stadion beim Auftritt gegen das „Maß der Dinge“, wie Hecking das Team seines Kollegen Jürgen Klopp einstuft, sich einen fußballerischen Leckerbissen wohl oder übel abschminken müssen.
Hecking unkt, dass alles andere als eine Mauer-Taktik ein Himmelfahrtskommando wäre. Sein Co-Trainer Dirk Bremser hatte zum Rückrundenstart das Vergnügen, sich den „sehr überzeugenden“ 5:1-Auswärtssieg der Dortmunder beim HSV ansehen zu dürfen. Und was er seinem Chef berichtete, war eindeutig. Hecking: „Der HSV hat versucht mitzuspielen, am Ende war’s ein gefühltes 10:1!“
Trotz aller negativen Vorzeichen, womöglich kommt dem Club die Außenseiter-Rolle aktuell sogar ganz gelegen. Statt agieren zu müssen, können sich Heckings Betonbauer um Defensivstratege Timmy Simons am Freitag aufs Reagieren verlegen. Was insofern praktisch ist, da bei seinem Ensemble der Vorwärtsgang ohnehin ein wenig klemmt. „Im Spiel nach vorne haben wir Schwächen. In Hannover (0:1, d. Red.) haben wir nach Balleroberung zu oft die falsche Entscheidung getroffen“, hat der Trainer das Hauptmanko bei seinen Eleven ausgemacht.
Neben „Konzentration“, „Kompaktheit und „Ordnung“ fordert Hecking deshalb vor allem einen unbändigen Einsatzwillen: „Sie müssen über ihre Grenzen gehen, um das Glück zu erzwingen.“ Utopie? Von wegen! Letzte Saison kam Bayer Leverkusen mit der Rekord-Bilanz von 21 Spielen ohne Niederlage in Serie nach Nürnberg. Damals habe auch keiner einen Pfifferling auf sein Team gesetzt. Am Ende lautete das Ergebnis 1:0 für den Club – dank Christian Eigler!
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