03.02.2012
0:2! BVB lässt den Club weiter zittern
Starker Auftritt gegen den Meister wird nicht belohnt. Simons: „Tore sind nunmal das Wichtigste im Fußball“
NÜRNBERG Schade, Club! Die Sensation im Gefrierschrank easyCredit-Stadion beim Freitags-Heimspiel gegen Borussia Dortmund war zum Greifen nah. Dass es doch die erwartete Niederlage wurde, lag an der Klasse des amtierenden Deutschen Meisters. Besonders aber an BVB-Kapitän Sebastian Kehl und Torjäger Lucas Barrios, die anders als die Club-Profis kein Problem hatten, bei Minus elf Grad cool zu bleiben. Deshalb mussten sich die starken FCN-Kicker mit 0:2 (0:0) trotz zahlreicher Chancen geschlagen geben. Das Zittern um den Klassenverbleib geht also für FCN weiter.
„Wir haben kein Tor geschossen und das ist nunmal das Wichtigste im Fußball“, bemängelte Timmy Simons das Hauptmanko beim Club an diesem Abend. Trainer Dieter Hecking war gnädiger: „Wir haben in der ersten Halbzeit sehr, sehr gut gespielt. Aber wir hatten dann nicht mehr die Möglichkeiten den BVB in Gefahr zu bringen.“
Im bewährten und defensiv ausgerichteten 4-2-3-1-System setzte Dieter Hecking wieder auf Sturmtank Tomas Pekhart, Alex Esswein musste zunächst noch auf die Bank. Beim 0:1 in Hannover war der Tscheche erstmals nur eingewechselt worden, nun sollte die Solospitze wieder von Anfang an vorderster Front für Betrieb sorgen. Mit Erfolg. Denn ausgerechnet gegen das „Maß aller Dinge“, wie Hecking die Truppe seines Kollegen Jürgen Klopp betitelte, spielte sich Pekhart & Co. zahlreiche Chancen. In Minute 10 war es Dominic Maroh, dessen Schuss von Sven Bender abgeblockt wurde. Nur 60 Sekunden später rettete Shinji Kagawa nach einem Kopfball von Timmy Simons auf der Linie für seinen bereits geschlagenen Keeper Roman Weidenfeller. Beiden Möglichkeiten war ein brandgefährlicher Eckstoß des neuen FCN-Standard-Spezialisten Adam Hlousek vorausgegangen. Wenig später scheiterte Pekhart (18.) noch aus spitzen Winkel an Weidenfeller.
Dass sein Team „nicht alles verhindern kann“, hatte Hecking jedoch schon vorher angekündigt. Und durfte sich dann ab der 21. Minute bestätigt fühlen, als FCN-Torhüter Raphael Schäfer zum ersten Mal in höchster Not einen Schuss des allein auf ihn zustürmenden BVB-Stürmer Robert Lewandovski parierte. Ebenso bei der nächsten Großchance des Polen (33.). Oder drei Minuten später gegen Kagawa. Trotz der Dortmunder Möglichkeiten war der aktuell noch verletzte Winterneuzugang Hanno Balitsch zufrieden mit dem disziplinierten Auftritt seiner Kollegen gegen die Dortmunder Überflieger: „Wenn wir uns weiter an die Marschroute halten, ist mit ein wenig Glück ein Punkt oder sogar ein Dreier drin.“
Leider hatte Balitsch dabei die Rechnung ohne den BVB-Kapitän Sebastian Kehlt und Club-Schreck Lucas Barrios gemacht. Kurz nach der Pause ließ Hlousek Moritz Leitners Diagonalball auf Piszczek passieren, der auf Kehl (48.) ablegte – 0:1! Und kurz vor Schluss war es mal wieder der Argentinier (82.), der mit dem 2:0 nach Pass von Kagawa sein Torekonto gegen den Club auf nun sechs Treffer hochschrauben durfte.
Mehr über den Club und die Einzelkritik lesen Sie in der Wochenend-Ausgabe Ihrer Abendzeitung