von MARCUS GIEBEL
06.02.2012
Heckings Joker stechen nicht!
Der Club-Trainer geht mit seinen Einwechselspielern hart ins Gericht. Keeper Schäfer bereitet eine ganz andere Sache große Sorgen
NÜRNBERG Dreimal versucht, dreimal keine Wirkung. Die Einwechslungen von Timothy Chandler, Alex Esswein und Albert Bunjaku verpufften beim 0:2 gegen Borussia Dortmund völlig.
Bis das Club-Trio bei minus zwölf Grad auf Betriebstemperatur war, hatte BVB-Joker Lucas Barrios das Bibber-Spiel entschieden.
Nachdem der umtriebige Moritz Leitner – für den verletzten Sven Bender ins Spiel gekommen – mit seinem genialen Pass die Führung durch Sebastian Kehl eingeleitet hatte.
Nur die schwarz-gelben Joker stachen vor den Augen von Neu-Monegasse Andy Wolf.
FCN-Trainer Dieter Hecking konstatierte: „Von unseren Einwechselspielern sind nicht die erhofften Impulse gekommen.“
Gerade in Rückkehrer Chandler und Flügelflitzer Esswein hatte der 47-Jährige große Erwartungen gesteckt.
Sein Plan: „Wir wollten mit schnellen Spielern über Außen Druck machen.“ Das klappte allerdings zu keiner Sekunde.
Überhaupt fehlte über weite Strecken der zweiten Hälfte besonders im Zentrum der nötige Biss, um den Spielfluss des BVB einzudämmen.
„Leitner hat das Spiel gut organisiert. Das konnten wir nicht unterbinden“, monierte Hecking die Arbeit gegen den Ball.
Nach dem durchaus erwärmenden Auftritt gegen den neuen Tabellenführer wollte er aber nicht zu kritisch mit seinem Personal umgehen: „Wir haben eine sehr, sehr gute erste Hälfte abgeliefert.“
45 Minuten auf Augenhöhe mit dem Liga-Krösus – das macht Mut für die Aufgaben gegen die direkten Konkurrenten FC Augsburg und 1. FC Köln.
Dortmunds Trainer Jürgen Klopp outete sich wie schon nach dem 2:0-Sieg im Hinspiel als Bewunderer des Club und speziell seines Kollegen: „Hecking ist ein cleverer Trainer. Er hat die richtigen Schlüsse aus unseren Spielen gezogen, um uns das Leben schwer zu machen.“
Vor allem Adam Hlouseks Ecken und Freistöße hatten ihn zittern lassen: „Bei Standards ist der Club extrem gefährlich.“
Das Lob dürfte ihm leicht gefallen sein – weil die scharfen Hereingaben des Tschechen ohne Ertrag geblieben waren.
Erneut stand beim Club vorne die Null. Schon zum sechsten Mal in zuletzt zehn Spielen. So wird’s schwer mit dem Klassenverbleib.
Deshalb fordert Keeper Raphael Schäfer unmissverständlich: „Uns fehlt vor dem Tor die Kaltschnäuzigkeit, die Geilheit, der Wille. Wir müssen den Ball durchs Netz schießen wollen.“
Die miserable Chancenverwertung bereitet ihm Kopfschmerzen: „Das war der Knackpunkt. Nur wenn wir Punkte einfahren, können wir von einem richtigen Schritt sprechen.“
Dazu könnten besser aufgelegte Joker beitragen. Wie Esswein, der den goldenen Treffer beim 1:0 im Hinspiel über Augsburg erzielt hatte.
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