von MARCUS GIEBEL
06.02.2012
"Hoffenheim die Lust am Spiel nehmen"
Kleeblatt-Manager Azzouzi will im Pokal-Viertelfinale den Spielverderber geben. Einen Seitenhieb auf den Club kann er sich nicht verkneifen
FÜRTH Jetzt winken die fetten Geldtöpfe! Wenn Greuther Fürth morgen ab 19 Uhr sein Pokal-Viertelfinale bei 1899 Hoffenheim gewinnt, fließen allein an TV-Geldern 1,75 Millionen Euro in den Ronhof.
Für den großen Zahltag braucht es jedoch eine 180-Grad-Wende im Vergleich zum blutleeren Auftritt in Dresden. „Das Spiel muss schnell aus den Köpfen“, will Manager Rachid Azzouzi das 1:3 schnell vergessen.
Was den letzten verbliebenen Zweitligisten im Wettbewerb erwartet, weiß er nur zu gut: „Wir fahren da als klarer Außenseiter hin. Hoffenheim hat individuell starke Spieler, die kombinationssicher sind.“
Davon hat er sich selbst beim 2:0 der Kraichgauer über den Club überzeugen können. Auch am Samstag spionierten die Fürther den Pokalgegner beim 2:2 gegen Augsburg aus.
Azzouzi ist sicher: „Hoffenheim hat eine höhere Qualität als der Club, aber das müssen sie auch als Mannschaft umsetzen.“
Die Aufgabe dürfte also ungleich schwerer werden als im Achtelfinale beim Lokalrivalen, als die Elf von Trainer Mike Büskens dank Derby-Held Edgar Prib 1:0 siegte.
Damals stand die Defensive um Kapitän Thomas Kleine und Mergim Mavraj sattelfest. Eine ähnlich couragierte und konzentrierte Leistung morgen – und der Halbfinal-Traum könnte wahr werden.
Azzouzi trichtert den Profis ein: „Wir müssen Hoffenheim die Lust am Spiel nehmen.“ Bei den launischen Stars wie Sejad Salihovic oder Ryan Babel ein probates Mittel.
Der Unruhe rund um Trainer Holger Stanislawski, der angeblich über Rücktritt nachdenkt, misst der Kleeblatt-Macher kaum Bedeutung bei: „Sie haben eine andere Erwartungshaltung als Platz acht.“
Bei den SpVgg-Fans ist der Optimismus ungebrochen. 5000 Schlachtenbummler haben sich angekündigt. „Die Unterstützung wird groß sein“, freut sich Azzouzi.
Mittlerweile ist der „Fan“ ermittelt, der beim Sieg über den Club Leuchtkugeln auf den Platz geschossen hatte.
Das Kleeblatt wird die vom DFB verhängte Strafe über 10.000 Euro „mit allen juristischen Mitteln“ vom Täter einklagen.