09.02.2012
SpVgg-Fan (26) springt in den Tod
Nach Derby-Randale wurde gegen ihn ermittelt. Polizei: Kein Zusammenhang
FÜRTH Fassungslosigkeit, blankes Entsetzen, tiefe Trauer. Das gestrige Pokalspiel der SpVgg Greuther Fürth wurde vom Selbstmord eines Kleeblatt-Anhängers überschattet. Der 26-jährige Andreas F. (Name geändert) war am Montagabend aus dem 11. Stock eines Hochhauses auf der Fürther Hardhöhe gesprungen, erlag Stunden später seinen schweren inneren Verletzungen. Aus einem Abschiedsbrief, gefunden in seinem Geldbeutel, geht laut der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth kein Zusammenhang mit einem Ermittlungsverfahren wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung hervor.
F. soll zweifelsfrei als der Mann identifiziert worden sein, der am 20. Dezember beim Pokal-Derby in Nürnberg aus dem Gäste-Fanblock zwei grüne Leuchtkugeln auf das Spielfeld im easyCredit-Stadion geschossen hatte. Greuther Fürth war daraufhin, auch weil von bislang noch unbekannten Anhängern Rauchpulver gezündet worden war, vom DFB zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verdonnert worden.
In einer offiziellen Mitteilung ließ der Verein wenige Stunden vor dem tragischen Unglück wissen: „Aufgrund der Auswertung des Videomaterials durch die zuständigen Behörden konnte die Person, die beim Pokalspiel in Nürnberg Leuchtkugeln auf den Platz geschossen hatte, jetzt identifiziert werden. Die SpVgg Greuther Fürth wird den Täter mit allen juristischen Mitteln in die Haftung nehmen und wie angekündigt die vom DFB-Sportgericht verhängte Strafe in vollem Umfang an den Täter weiterleiten.“
Warum F., der laut Freunden gestern in Hoffenheim unbedingt dabei sein wollte, den Freitod wählte, darüber kann nur gerätselt werden. Angeblich hegte er Heiratspläne, hatte einen guten Job, stand mit beiden Beinen voll im Leben. „Ich bin entsetzt“, gesteht Kleeblatt-Präsident Helmut Hack. „Ich weiß nichts über die wahren Hintergründe, bin überfordert, etwas zu sagen.“
Auch Vereinssprecher Christian Bald ist schockiert: „Unsere Anteilnahme gehört der Familie und den Freunden des jungen Mannes. Wir wünschen der Familie die nötige Kraft im Umgang mit diesem Unglück.“ Die Mannschaft, die großen Idole von Andreas, sollte erst nach dem Pokalspiel in Hoffenheim über die Tragödie informiert werden. Für die Staatsanwaltschaft ist der Fall indes bereits abgeschlossen.