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12.02.2012

Was ist mit dem Club los?

Diese Frage stellt sich nicht nur Trainer Hecking. Das Spiel in Augsburg war über weite Strecken ein Offenbarungseid.

AUGSBURG Gellende Pfiffe von den mitgereisten Fans, ein hörbar erboster Kapitän Raphael Schäfer und ein Trainer, der vor einem (unlösbaren?) Rätsel steht.

Der Club tritt nach dem 0:0 in Augsburg im Abstiegskampf weiter auf der Stelle. Schwacher, aber immerhin ein Trost nach nunmehr 275 Minuten ohne Torerfolg und einer über weite Strecken trostlosen Nullnummer bei Aufsteiger FC Augsburg: Der Vorsprung auf Relegationsplatz 16 ist auf vier Punkte angewachsen.

Dass FCN-Trainer Dieter Hecking mit Albert Bunjaku, Mike Frantz und Timothy Chandler gleich auf drei Positionen rotieren ließ – Daniel Didavi, Christian Eigler und Jens Hegeler saßen im Vergleich zum 0:2 gegen Dortmund vor zehn Tagen nur auf der Bank – begründete Hecking so: „Mittlerweile haben wir die Konkurrenzsituation, die wir wollten.“

Das Trio rutschte jedoch nicht aufgrund ihrer Leistungen beim 1:0-Test gegen Drittligist Unterhaching in die Startelf. Hecking: „Die, die jetzt dabei sind, waren da auch nicht so gut. Aber sie haben eine Reaktion gezeigt.“

Folglich waren die Trainingseindrücke ausschlaggebend für die Personalrochaden.

Die änderte freilich nicht ansatzweise etwas am Hauptmanko. „Wir haben sicherlich Probleme im Spiel nach vorne“, gestand Hecking im Vorfeld bei "Sky".

Und: „Wir haben gewusst, dass uns viel kreatives Potenzial verlassen hat.“ Neben den „Zaubermäusen“ Ilkay Gündogan und Mehmet Ekici, die wahlweise in Dortmund oder Bremen mehr oder minder frustriert sind, fehlt leider auch ein durchschlagskräftiger Stürmer wie Julian Schieber, der nach seinem Leihjahr zum VfB Stuttgart zurück musste.

Verwunderlich, dass der arbeitslose FCA-Torhüter Simon Jentzsch in der Pause nicht wegen schwerer Erfrierungen behandelt werden musste.

Denn was der Club offensiv zeigte, pardon, schon die Ansätze waren stümperhaft, war: nichts bis total peinlich!

Den Gastgebern war das Bemühen wenigstens anzumerken. Bis auf einen Kracher von Tobias Werner über den Kasten (10.) konnten sie allerdings nur mehr Spielanteile verbuchen.

„In der zweiten Halbzeit haben wir wieder unser zweites Gesicht gezeigt, haben endlich angefangen, Fußball zu spielen“, analysierte Hecking.

Warum derzeit eine zur Teilnahme an der ersten Liga berechtigende Leistung nicht über 90 Minuten möglich ist, stellt auch Hecking und seine Assistenten vor ein Rätsel: „Wir verstehen das auch nicht.“

Blieben als Trost die (versiebten) Chancen von Alex Esswein (76., 85.) und Chandler (82.) sowie Schäfers Glanzparade gegen Ja-Cheol Koo (85.).

Auf Durchhalteparolen hat aber auch Hecking keinen Bock mehr. „Ich kann nur jedem raten“, blaffte er mit Blick auf seine Personalrochaden, „dass jeder die Zeichen der Zeit verstanden hat.“

Und wenn nicht? Finanziell, hatte Manager Martin Bader zum Ende der Transferperiode erklärt, war die Verpflichtung eines Topstürmers nicht darstellbar.

Doch was seit Wochen sportlich abläuft, ist ebenfalls nicht vermittelbar. Nicht auszumalen, wie teuer den Club der achte Abstieg kommen würde...

Die Noten und warum Hecking sich erstmal in die Heimat verabschiedet, lesen Sie in der Printausgabe Ihrer AZ vom 13. Februar.

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