von MARKUS LÖSER und KRISCHAN KAUFMANN
13.02.2012
"Das hatte mit Fußball nicht viel zu tun"
Club-Kapitän Schäfer verpasst seinen Teamkollegen nach dem 0:0 in Augsburg eine Kopfwäsche. Bei einigen Profis vermisst er die Einstellung zum Abstiegskampf
AUGSBURG Die Leistungen bleiben dürftig, die Spiele im Kampf gegen den Abstieg werden weniger, dafür wird der Hals umso dicker.
Zumindest bei Club-Kapitän Raphael Schäfer. Mit ruhiger Stimme, aber unmissverständlich verpasste der 33-Jährige einem Großteil seiner Kollegen eine deftige Kopfwäsche nach dem 0:0 in Augsburg: „Das war ein Spiel, das mit Fußball nichts zu tun hatte. Mit Hacke, Spitze, eins, zwei, drei kommen wir da unten nicht raus. Wir haben viele mit ganz viel Talent in der Mannschaft. Es geht in unserer Situation aber vor allem darum, Fußball zu arbeiten.“ Rumms!
Schon beim Abschlusstraining am Samstag hatte es am Valznerweiher heftig geknallt.
Weil sich einige aus der A-Elf – offensichtlich allen voran Didavi, Eigler und Hegeler – zu sicher waren, sich von den Reservisten teilweise vorführen lassen mussten, hatte Trainer Dieter Hecking seine Personalplanungen kurzfristig über den Haufen geworfen.
Schäfer lapidar: „Diejenigen, die es getroffen hat, sollten sich Gedanken machen. Darüber wird noch zu reden sein.“ Rumms!
Das berühmte „kratzen, beißen, spucken“ wollte der Kapitän nicht bemühen, stellte aber klar: „Ohne gewisse Tugenden geht es nicht. Leider haben wir einige dabei, die solche Dinge nicht drauf haben.“
Zu hinterfragen nicht nur bei Torlos-Stürmer Tomas Pekhart.
Schäfer: „So, wie das Spiel gelaufen ist, müssen wir uns beim Fußball-Gott bedanken, dass wir noch einen Punkt geholt haben. Die Aufstellung war ein Zeichen, damit alle kapieren, um was es für den Club geht.“ Rumms!