von MARCUS GIEBEL
18.02.2012
Sturmtief!
Der Club hat ein dickes Problem in der Offensive. Trainer Hecking sieht die Schuld aber nicht allein bei seinen unglücklichen Stürmern
NÜRNBERG Die eisigen Hochs „Cooper“ und „Dieter“ hat der Club unbeschadet überstanden. Gegen das eigene Sturmtief müssen Trainer Dieter Hecking und seine Profis dagegen auch am Samstag ab 15.30 Uhr im Heimspiel gegen den 1. FC Köln ankämpfen. Es klemmt in der FCN-Offensive. Seit 275 Minuten warten Tomas Pekhart & Co. auf einen Treffer. Siebenmal in den vergangenen elf Ligaspielen stand am Ende vorne die Null. Die 19 Treffer werden nur vom 1. FC Kaiserslautern unterboten, der erst 15 Mal eingenetzt hat.
Doch woran liegt’s? Die Stürmer sind allesamt außer Form. Nachvollziehbar angesichts langer Verletzungspausen wie bei Albert Bunjaku oder der mangelnden Erfahrung von Alex Esswein, der seine erste komplette Bundesligasaison bestreitet. Doch das lässt Hecking nicht gelten, er rügt: „Ich bin mit der Konkurrenzsituation in der Offensive nicht zufrieden.“
Heißt übersetzt: Pekhart wird auch gegen Köln die einzige Spitze geben, auch wenn der 22-Jährige beim 0:0 in Augsburg wie ein Fremdkörper wirkte. „In Augsburg war Tomas nicht gut. Er hat natürlich auch kaum verwertbare Bälle bekommen, aber wenn er den Ball hatte, hat er ihn auch nicht festgemacht“, kritisiert Hecking. Sein Problem: Es drängt sich niemand auf!
Deshalb macht er seinen Stürmern Beine! Beispiel Esswein: „Seine Tempodribblings sind spektakulär, aber wenig effektiv.“ Beispiel Eigler: „Im Spiel gegen den Ball ist er ein wichtiger Spieler, aber im Abschluss läuft es bei ihm nicht.“ Ein kleines Lob hat sich einzig Bunjaku verdient. „Albert ist einer, der im Training seine Tore macht“, stellt Hecking fest. Nur gibt es dafür keine Punkte in der Bundesliga.
Doch allein seinen Angreifern will der Ex-Stürmer die Sturmflaute nicht anlasten. Er nimmt auch die anderen Mannschaftsteile mit ins Boot: „Es ist wichtig, wie wir von hinten anschieben. Da sind die Außenverteidiger gefragt. Die Innenverteidiger müssen sich mehr am Spielaufbau beteiligen, die Sechser mehr Aufgaben übernehmen.“ Frei nach dem Motto: Nur gemeinsam sind wir stark!
Hoffnung auf Besserung ist berechtigt: Mit 41 Gegentreffern stellt Köln die zweitschlechteste Defensive der Liga, 25 Gegentore in der zweiten Hälfte sind sogar Höchstwert. Was Pekhart entgegen kommen dürfte: Die Kölner lassen Flanken zu, machen dafür im Zentrum dicht. Deshalb ließ Hecking beim Abschlusstraining am Freitag fleißig hohe Hereingaben üben. Und in der Luft ist selbst ein formschwacher „Peki“ mit seinen 1,94 Metern stets gefährlich.
Wen der Club mit einem Sieg gegen Köln beschenken kann, und aus welche Profis Hecking setzt, lesen Sie in der Printausgabe Ihrer AZ vom 18. Februar.