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von MATTHIAS HERTLEIN 19.02.2012

Zwei Aufreger - keine Tore

Mit etwas Glück kommt das Kleeblatt zu einem Unentschieden in Ingolstadt. Dabei sorgt auch ein Ex-Fürther für einen Aufreger

INGOLSTADT Mehr Glück als die Polizei erlaubt? Greuther Fürth kam am Sonntag bei der Nullnummer vor 7010 Zuschauern im Ingolstädter Audi-Sportpark mit einem blauen Auge davon, weil Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus in der letzten Minute den Gastgebern einen Strafstoß verweigerte. Andreas Buchner war im Strafraum spektakulär auf Heinrich Schmidtgal aufgelaufen, der Pfiff der Polizeibeamtin aus Hannover blieb aus.

„Das war kein Elfer, ich drehe mich ja noch ab“, verteidigte sich Schmidtgal. Und bekam Schützenhilfe von Bernd Nehrig: „Buchner ist in den Mann reingerannt, der hat’s doch nur drauf angelegt. Wenn solche Dinger gepfiffen werden, brauchen wir nicht mehr Fußball zu spielen.“

Ingolstadts Anhang freilich war ganz anderer Meinung, beschimpfte die Pfeifen-Lady ebenso lautstark wie unflätig.  FC-Trainer Tomas Oral flippte zum wiederholten Male aus und wurde auf die Tribüne verbannt. „Glückwunsch zum Punkt, aber es war ein klarer Elfmeter,“ ließ Ingolstadts Sportdirektor Thomas Linke nach Spielschluss Kleeblatt-Präsident Helmut Hack wissen. Und Oral legte nach: „Normalerweise muss da ein Elfmeterpfiff kommen. Dann hätten wir uns auch belohnen können für die harte Arbeit, die wir gegen Fürth abgeliefert hatten.“

Beim zweiten  großen Aufreger spielte ein Ex-Fürther die Hauptrolle. Marino Biliskov war Olivier Occean von hinten heftig in die Parade gefahren, die 32-jährige Unparteiische zückte sofort Rot (80.). Vertretbar. Nehrig: „Bili kommt mit Tempo von hinten. Ich denke schon, dass die Rote Karte gerechtfertigt ist, das war schon gefährliches Spiel.“

Für Greuther Fürth war es das fünfte Auswärtsspiel in Folge ohne Sieg. Nur unterbrochen von der Pokal-Sensation bei der TSG Hoffenheim (1:0).  Da auch die Mitaufstiegskonkurrenz zum Teil patzte, blieb den Schützlingen von Trainer Mike Büskens immerhin Relegationsplatz drei.
Büskens ließ in Ingolstadt seinen Filigrantechniker Edgar Prib draußen, setzte auf das robuste, lauf- und kampfstarke Mittelfeld-Duo Stephan Fürstner und Robert Zillner. Denn: „Beide hatten es ja beim 5:1 gegen Paderborn nicht schlecht gemacht.“

„Wir haben uns Konzentrations- und Passfehler geleistet“, erklärte Nehrig in seiner Manöverkritik. Und: „Wir haben zwei Punkte verloren, denn wir hatten zwei, drei gute Chancen, da musst du ein Tor machen.“ Sercan Sararer, Stephan Schröck, Olivier Occean oder auch Robert Zillner ließen die Gelegenheiten dazu ungenutzt. Und auf der Gegenseite? Fürths Keeper Max Grün – mit Kurzhaarschnitt, denn „ich hatte keine Lust mehr auf Gel“ – entschärfte einen Kopfball von Adam Nemec. Mehr war nicht.

„Wir müssen mit dem Punkt zufrieden sein,“ tröstete sich Büskens. Kollege Oral ist überzeugt: „Dieses Jahr ist Fürth reif für den Aufstieg, da führt kein Weg daran vorbei.“

Die Noten zum Spiel in Ingolstadt lesen Sie in der Printausgabe Ihrer AZ vom 20. Februar.

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