von KRISCHAN KAUFMANN
21.02.2012
Balitsch weckt Appetit auf mehr
Club-Trainer Hecking zufrieden mit dem Debüt des 31-Jährigen gegen Köln
NÜRNBERG Zuerst konnte er sein Club-Debüt kaum erwarten, nach 76 Minuten beim 2:1 gegen Köln war Hanno Balitsch jedoch heilfroh, dass er von Trainer Dieter Hecking vorzeitig zum Duschen geschickt wurde. „Nach 70 Minuten war ich absolut leer, da hat bei mir alles zugemacht, was zumachen kann“, erklärt der in der Winterpause aus Leverkusen geholte Neuzugang seine sichtbare Erschöpfung.
Dennoch ist er erleichtert. Bei Hannos Premiere im rot-schwarzen Trikot hatten er und die Kollegen gegen die Geißböcke einen verdienten Dreier eingefahren und sich damit ein ordentliches Polster auf die Abstiegsränge verschafft: „Sieben Punkte sind sieben Punkte – die Tabelle lügt nicht.“ Auch Balitsch selbst weckte mit seinem Auftritt Appetit auf mehr.
„Das war ein ordentlicher Anfang, aber man hat schon auch gesehen, dass mir nach vier Monaten Pause noch die nötige Wettkampfhärte fehlt. Die muss ich mir jetzt eben in den nächsten Spielen holen“, hält Balitsch in dem Wissen, dass er seinen Muskelfaserriss im Oberschenkel gerade erst auskuriert hat, bei der Selbstkritik den Ball lieber noch ein wenig flach.
Trotz der erwarteten Konditionsprobleme: Während seiner 76 Minuten wurde klar deutlich, warum Club-Trainer Dieter Hecking Balitsch im Winter unbedingt nach Nürnberg gelotst hat. Der 31-Jährige bringt genau die Qualität ins Spiel des FCN, die bislang in der jungen Truppe nicht gerade im Übermaß vorhanden war: jede Menge Erfahrung.
Vom Anpfiff an war Balitsch darum bemüht, Struktur ins Spiel zu bringen. Der Ex-Leverkusener fordert die Bälle, gab den unbequemen Zweikämpfer und was Hecking besonders freut: Der ehemalige Nationalkicker (ein Einsatz) ist der „box-to-box“-Spieler, den sich der Coach immer gewünscht hat. Also der Typ, der als eine Art eierlegende Wollmichsau während der 90 Minuten den kompletten Raum zwischen den beiden Strafräumen (Boxen) beackert, Mitspieler in Szene setzt und am besten auch noch selbst den Abschluss sucht.
Bis Balitsch dieses Niveau wieder erreicht, wird noch ein wenig Zeit vergehen. „Er hat 60, 65 Minuten ein ordentliches Spiel gemacht“, lobte Hecking seinen Debütanten. In Bremen am Samstag (18.30 Uhr), wo Balitsch unbedingt „nachlegen“ will, werden es dann wohl schon ein paar Minuten mehr sein.
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