von MATTHIAS HERTLEIN
20.02.2012
Ohne Prib den Sieg verspielt?
Fürther Trainer zieht Parallelen zu Bayerns Holland-Diva Robben
FÜRTH Die Personalie sorgte nach Spielschluss für reichlich Gesprächsstoff. Kleeblatt-Trainer Mike Büskens ließ beim enttäuschenden 0:0 in Ingolstadt Filigrantechniker Edgar Prib (22) 90 Minuten auf der Bank versauern. Der 43-Jährige verzichtete freiwillig auf den vermissten Hauch an Kreativität und verspielte womöglich damit auch den Sieg.
Vor der Partie bei den abstiegsbedrohten „Schanzern“ hatte Büskens von einem personellen „Luxusproblem“ gesprochen. Mit dem Schlusspfiff war das erklärte Ziel, drei Punkte im hart umkämpften Aufstigesrennen, verpasst worden. „Natürlich ist Edi ein hervorragender Fußballer. Ich schätze ihn auch sehr als Mensch, aber ein Kader besteht nicht nur aus elf Spielern. Wir haben uns für die Variante mit Stephan Fürstner und Robert Zillner entschieden“, rechtfertigte sich Büskens und ergänzte: „Wo ist das Problem, so etwas passiert anderen Spielern auch. Wie heißt der bei den Bayern in der Jogging-Hose, der auch mal draußen sitzt?“ Gemeint war Arjen Robben.
Das Thema Prib behagte Büskens so gar nicht, blaffte: „Jetzt Rückschlüsse daraus zu ziehen, dass er keines der zwölf Punktspiele mehr bestreitet, sondern nur noch im Pokalfinale eingesetzt wird, ist falsch.“ Nach Bernd Nehrigs Rückkehr nach dessen Gelbsperre auf die rechte Verteidiger-Position rückte Stephan Schröck wieder auf die linke Außenbahn und schon war Prib, den Borussia Dortmund vor Saisonbeginn vor der Verpflichtung von Nürnbergs Ilkay Gündogan haben wollte, ins zweite Glied gerutscht.
Büskens: „Wir haben das Zentrum beibehalten, weil Fürstner und Zillner in der Lage sind, von der Defensive auf die Offensive umzuschalten. Ich denke, sie haben es in Hoffenheim beim 1:0-Pokalsieg und gegen Paderborn beim 5:1 so schlecht nicht gemacht.“ Prib war beim Kantersieg gegen die Ostwestfalen allerdings auch nicht negativ aufgefallen. So fehlte also ein guter Passgeber in Ingolstadt, einer der Überraschungsmomente im Repertoire hat. Zillner wie Fürstner waren dagegen voll und ganz mit Marvin Matip und José Alex Ikeng beschäftigt.
Prib über seine Ausbootung: „Ich war überrascht. Mehr gibt es nicht zu sagen.“ Sagt ja auch viel aus. Zumindest im defensiven Mittelfeld muss Edgar einen Konkurrenten weniger fürchten: Milorad Pekovic musste sich am Samstag einer Blinddarm-OP unterziehen und fällt drei Wochen aus. Egal, ob mit oder ohne Prib am Samstag gegen Bochum: Nur ein Dreier zählt.